Matthias Brockmann     -

Vergangenes Wandervergnügen:







Lange haben sie gehalten. Doch dann ist eine Sohle abgegangen und ich musste nicht nur 5 km humpelnd laufen, sondern auch neue kaufen! Welch ein "Drama", das KAUFEN ...


Er und der Rucksack und anderes
Ein Familienausflug der besonderen Art in den Süden Patagoniens (2010, Teil 1)
Sie sind in die Jahre gekommen, er und der Rucksack. Es ist ein älteres Modell, mehr als 30 Jahre hat er auf dem Buckel, der Rucksack. Der Träger auch. Alt, schon über das Renteneintrittsalter hinaus. Doch noch jung geblieben. Nicht mehr so dynamisch und spontan wie vor Jahrzehnten, als er den Rucksack kaufte für das Insel-Hopping in Griechenland.
Er hat ihn herunter geholt vom Dachboden. Auch die vielen Reiseerinnerungen. Mit Sohn und Rucksack nach Sizilien. Oder von der Haustür mehrere Tage durch die Wetterau gewandert. Im bunten Spätsommer einige Tage den Rheinhöhenweg entlang geschritten, mit freiem Blick über die Weinberge auf den Fluss. Die Wasseroberfläche wie gedengeltes Silber, darauf Lastkähne stromauf- oder abwärts ziehend. Viele Wanderungen von Hütte zu Hütte in den Alpen. Noch gut in Erinnerung, so als wäre es gestern oder vor einem Jahr gewesen. Mehr als zwei Dekaden sind seitdem vergangen. In einigen Wochen soll er die Utensilien für zwei Wochen Wandern im Süden Patagoniens aufnehmen. Der Rucksack ist alt. Der Träger auch. Aber, so des Besitzers Meinung, beide noch gut in Schuss.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

      v.l.: Dr. Steffen Brockmann, Matthias Brockmann, Karin Bolay, Stefanie Kratsch 
 
Die Ehefrau war skeptisch, im Zelt übernachten? Der Sohn, Mitte Dreißig und als Backpacker erfahren, war begeistert, auch seine Lebensgefährtin. So wurde die Treckingreise in die Nationalparks Monte Fitz Roy und Moreno Gletscher (Argentinen) und Torres del Paine (Chile) für vier Personen gebucht. Aus Kostengründen ging man das Risiko einer Gruppenwanderung ein. In Europa Winter, auf der südlichen Halbkugel Sommer, doch in Südpatagonien würden die Temperaturen trotzdem häufig tagsüber nicht über 15 °C klettern, nachts nur wenig über 0° C liegen, dazu ständig Wind und oft auch Regenschauer. Das muss bei der Ausrüstung berücksichtigt werden.
Was ist an Ausrüstung vorhanden und was benötigt er noch? Diverse Kataloge werden durchgeblättert. Messerschärfer, Diamant-Schleifstein? Nein. Auch kein CS-Abwehrspray. Keinen Klappspaten, keine Axt und keinen Schleifpuck. Sein altes Schweizer Messer reicht aus, um Dauerwurst in Scheiben zu schneiden. Nächtens wird er schlafen und nicht mit Flashlight-Frisbees spielen wollen. Vielleicht einen mobilen Toilettenpapierhalter zur Four Seasons Outdoor-Toilette? Papierunterhosen wären praktisch, so wie vor 30 Jahren, doch sie findet er in keinem Katalog. Was hatte eigentlich Johann Gottried Seume bei seinem über Monate dauernden „Spaziergang nach Syrakus“ im Tornister? Aber der war ja ein „Jungspund“, gerade mal 38 Jahre alt, als er von Grimma aufbrach und bis nach Sizilien wanderte, auf dem Rückweg noch Paris besuchte. Damals konnte Seume im Stroh schlafen. Aber heute, die großen Strohrollen auf dem Feld? Nicht sehr praktisch zum Schlafen. Also doch eine sich selbst aufblasende Isomatte und einen neuen leichten, zugleich kuschelig warmen Schlafsack kaufen. Das Alter fordert schließlich seinen Tribut. Und sei es auch nur das Bedürfnis nach ein bisschen mehr Bequemlichkeit.
Wind und immer wieder Regen, so ist der Sommer in den südlichen Anden. Mal wolkenverhangen der Himmel, die hohen Bergspitzen umhüllend, mal im gleißenden Sonnenlicht mit wunderbarer Aussicht auf die erhabene Berglandschaft mit Schneefeldern, Gletscherzungen und türkisfarbenen Seen. Anstrengend die Wanderungen in den Nationalparks Monte Fitz Roy, Perito Moreno Gletscher und Torres del Paine in Argentinien und Chile. Aber wunderbar.

Bilder:

Laguna Capri NP
(Argentinien)

Monte FizRoy NP
(Argentinien)

Perito Moreno Gletscher NP
(Argentinien)


















Torres del Paine NP (Chile)
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